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Das nächste Konzert:

Liebe BCR-ler*innen, liebe (Bach-) Freundinnen und Freunde,

 

wir dürfen es kaum glauben, aber es gibt klare Zeichen dafür, dass eine vorsichtige, fast schüchterne Rückkehr in die notwendige Normalität, wie die Blüten im Frühjahr und wie das Frühjahr selbst, sichtbar, greifbar und jeden Tag wahrscheinlicher wird. Es scheint sich durchzusetzen und wir haben das Gefühl, dass uns nichts mehr – über etwas längere Zeit gesehen – vom gemeinsamen Musizieren abhalten kann. Ich weiß, die rezente Praxis hat gelehrt, dass in einer Nacht doch wieder eine vierte Welle nachschleichen kann und dass wir in unserer Abstinenz nochmal – in unerwarteter Trauer – weitermachen müssen. Aber daran möchte ich jetzt – während die von der Nachbarin geschenkten Kamelie ausgiebig blüht und tägliche Freude bringt – weder daran denken, noch mich und Euch damit unnötig belasten.

Nein, ich möchte – widersprüchlich – positiv sein und euch mit Hoffnung, Erwartung und gutem Mut vorsichtig den Neustart von BCR-Aktivitäten ansagen. Er ist deutlich bescheiden, aber die „Bescheidenheit“ wirkt wie ein gerade renovierter Motor, mit großer, fast nicht zu haltender Kraft und Intensität. Wir freuen uns, mit ersten kleinen Schritten weiter bis zum Normalen, sogar bis zu dem Besonderen zu gehen.

Gespräche mit dem wie immer sehr enthusiastischen Pastor Theo, unserem singenden Chef in der St. Vituskirche, hat zu folgendem Dreiphasenplan geführt:

Erste Phase:

Kleine Schritte: Während der Messen in St.Vitus am dritten und vierten Juni-Sonntag werden zwei BCR-Kammerensembles bzw. ein Ensemble mit Violine, Flöte, Sopran und Basso Continuo (Cembalo und Viola da Gamba) und ein fünfstimmiges Gambenensemble mit Mitgliedern bzw. Altmitgliedern des BCR musizieren. Theo hat angefragt, im Juli die Urlaubszeit zu respektieren und nichts zu tun. Dagegen werden im August vokale, instrumentale (z.B. die Capella Clivia) und gemischte kleinere Ensembles (z.B. Vokal-Quartett oder -Oktett) am Samstag und/oder Sonntag musizieren, während der Gottesdienste in St. Vitus.

Zweite Phase:

Normalisierung: Im September hoffen wir dann – in bescheidener Besetzung – wieder zurückkehren zu dürfen zu einem „normalen“ Programm mit einer „normalen“ Bachkantate jeden Monat, sei es vielleicht noch in Covid-Besetzung. Und irgendwann, wahrscheinlich im November werden wir als

Dritte Phase:

Etwas Besonderes machen, damit wir schnell wieder erfahren, wie wunderbar solche speziellen Ausführungen sind für Seele und Körper, für Ausführende und Zuhörer. Selbstverständlich nur, wenn Corona oder die damit (vielleicht dann noch) zusammenhängenden Maßnahmen das erlauben und – nicht unwichtig – die Qualität unseres musikalischen Status Quo es zulässt.

Mittlerweile sind auch in Gennep für 2022 schon zwei Termine für eine Passion (MP oder JP) festgelegt und zwar der letzte Sonntag im März und der erste Sonntag im April, damit unser zehnjähriges Jubiläum nicht ganz übersehen wird.

Das alles selbstverständlich „sub conditione Jacobi“: Es hängt in hohem Maße von den Covid-Entwicklungen ab und leider haben wir mit dessen schnell wechselnden Angriffen auf unsere Gesellschaft bis jetzt keine optimale Erfahrungen.

Was die Teilnehmerzahl und deren Zusammenstellung betrifft, möchte ich jetzt noch nicht viel sagen, sehr viel hängt ab von den „dann“ geltenden Regelungen/Maßnahmen in NRW und den Niederlanden. Das ist der Nachteil davon, „grenzüberschreitend“ sein zu dürfen oder zu wollen … je nachdem.

 

Soweit für jetzt. Es gibt also Hoffnung. Immanuel Kant hat dazu gesagt: „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: der Schlaf, das Lachen und die Hoffnung“ und sein Mitdenker Nietzsche: „Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.“ Ich weiß, wir verstehen unter dem „Bach des Lebens“ etwas/jemand anderes. Aber nichtsdestotrotz: Wir arbeiten daran, obwohl noch einiges – innerhalb des Labyrinths von deutschen und niederländischen Maßnahmen – geklärt werden muss. Sicher ist, dass – um mitzumachen oder dabei zu sein – eine komplette Impfung oder ein 24-Stunden-negativer-Schnelltest gefragt ist. So ist es jetzt, aber wie es Ende Juni sein wird, kann man nicht wissen.

 

Dazu gibt es Hoffnung, Hoffnung, dass es diesmal klappt, endlich. Ich wünsche Euch eine gute Zeit, präpariert Euch (die BCR-ler) auf eine brauchbare instrumentale und vokale Einsatzbereitschaft und ein baldiges Wiedersehen zum gemeinsames Musizieren/Proben.

 

Herzlichst und bis dann

Hans 


 Kleve 2. April 2021

 Liebe BCR-ler, Liebe (Bach)Freundinnen und -Freunde,

 Üblicherweise gibt es auch diesmal um Ostern einen BCR- Newsletter und wie schön wäre es gewesen, Euch über viele neue Pläne zu berichten. Es darf aber leider nicht so sein. Wir kennen alle zu gut die noch immer maßgebende Unsicherheit über was darf, nicht darf, was könnte und was nicht und vor allem über was kommt.

 Trotzdem möchte ich Euch innerhalb von drei Woche eine „geträumte”, sei es noch globale Planung vorstellen, die Ende Juni anfängt, diesmal Juli und August impliziert, und dann üblich weitergeht bis Ende des Jahres.

Neu ist, dass dieser Newsletter nicht von meiner Hand kommt, sondern von drei Vertretern des BCR und dessen Publikum. Veronika Hoffmann-Schneider (Konzertmeisterin), Pieter van der Heide (Tenor) und Edmund Verbeet (Triumviralmitglied und treuer BCR-Freund/-Zuhörer) werden Euch anschließend über Erfahrungen während der Pandemie berichten.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Osterzeit, schönes Frühjahr und felsenfeste Gesundheit.

Mit Dank an Veronika, Edmund und Pieter für ihren spontanen und sehr eigenen Beiträge.

Herzlich und bis auf baldiges Wiedersehen

Hans Linnartz

 

Unser Mund und Ton der Saiten

Sollen Dir, für und für, Dank und Opfer zubereiten.

Herz und Sinn sind erhoben.

Lebenslang mit Gesang, Großer König, Dich zu loben.

Aria Nr. 5 für Tenor, 2 Soloviolinen, Streicher und B.c. aus BWV 1

 

Diese Arie aus der Kantate:„Wie schön leuchtet der Morgenstern“ wollten wir vor gut einem Jahr singen und spielen – sozusagen eins der ersten Corona-Opfer. Dieser Text drückt für mich aus, was Bach mit seiner Musik in jedem Takt intendiert; aber auch, was es mit uns macht – Gefühl und Verstand werden angesprochen und auf eine höhere Ebene gehoben, und das natürlich lebenslang. Schon seit mehr als einem Jahr können wir das nicht mehr gemein-sam tun und hören, die Entzugserscheinungen sind stark und schmerzhaft, sie lassen auch nicht mit der Zeit nach.

Was also tun?

 - Sonntäglich die jeweils zum Jahreskreis passenden Kantate im Radio hören.

 - Den vielen anderen Werken auf Tonträgern lauschen, dabei vielleicht auch das eine oder andere zu den Werken oder der Biographie erfahren.

- Den Notenschrank öffnen und selbst spielen oder singen, vielleicht ganz vorsichtig mit einem Partner auf Corona-gerechte Distanz.

- Denn auch bei diesem Bach im Kleinen spürt man die so einzigartige „Harmonie universelle“ seiner Musik mit ihrem ganzen Kosmos von menschlichen Gefühlen und ihrer göttlichen Erhöhung.

Trotzdem: wir vermissen einander und vermissen Sie, liebe Zuhörer*innen. Nehmen wir die Kraft aus der Bach´schen Musik, um auch die noch vor uns liegende Durststrecke zu überbrücken.

Wir werden uns bald wiedersehen und -hören.

 Veronika Hoffmann-Schneider Kleve 29.03.2021

 

Palmsonntag 2021, 8.10 Uhr.

Im WDR 3 Hörfunk ist die Bachkantate des Sonntags zu hören: Himmelskönig, sei Willkommen, BWV 182. So intensiv ich auch zuhöre, ein wirkliches Hörerlebnis wird es nicht. Warum? Es fehlt der Klangraum, die Atmosphäre, die Symbiose aller Sinne, die das Hören zu einem Hörerlebnis machen. Heute Nachmittag in der St. Vitus Kirche auf Hochelten würde es ganz anders sein können… Das bewährte Team um Hans Linnartz hätte mit Sicherheit die Kantate des Palmsonntags zu Gehör gebracht und mir dabei geholfen, die Gedanken zu Beginn der Karwoche zu vertiefen. Das ist es eben, was die Aufführungen des BCR auszeichnet: Die Musik wird erlebbar gemacht, weil sie im Kontext des Jahreslaufes steht, sich in den Raum fügt und von den Akteuren aus uneigennützigen Motiven und unprätentiös dargeboten wird. Das kann mir das Radio nicht bieten, auch nicht wenn es sich – wie gerade eben - um das Montréal Baroque Ensemble handelt.

Seit mehr als einem Jahr bestimmen die Sorgen um und die Beschränkungen wegen Covid 19 unser Leben. Wenn schon ich als einfacher Zuhörer die Aufführungen des BCR vermisse, wie muss es dann den Aktiven ergehen? Hoffentlich verlieren sie die Anbindung und den Impetus nicht. Es wäre unendlich traurig, wenn ich auf das Radio angewiesen bliebe. Dann würde auch für mich gelten, was im Programm von WDR 3 der heutigen Bachkantate vorausging: Tristis est anima mea.

Edmund Verbeet Kleve, 21.03.2021

 

Unsere jüngste Tochter wohnt mit Mann und Kindern in China, ein gegenseitiger Besuch ist derzeit nicht möglich. Alle Vorstellungen unseres Schattenspiel-Theaters sind abgesagt, auch das Singen bei kirchlichen Veranstaltungen im Arnheimer Rijnstate-Krankenhaus muss vorläufig ausfallen. Lesungen und Workshops die ich zum Thema Ikonenmalerei halten sollte sind auf ein späteres Datum verschoben.

Das nur als Beispiel für Dinge, die durch Corona aus meinem Terminkalender gestrichen werden mussten.

Und Elten? Schon seit langer, viel zu langer Zeit keine Proben mehr, keine Konzerte. Das BCR schweigt. Still wird es auch zuhause, Proben und Vorbereitungen sind nicht mehr nötig, haben keinen Ziel.

Zum Glück bleibt das Wort, sowohl in Form von Prosa als auch von Poesie. Zeit zum Lesen. So las ich "Handboek vor de Vagebond", eine kulturhistorische Studie von Leon Hanssen. Sie enthält ein inspirierendes Plädoyer für eine nomadische Lebensweise.

Aber ja, in diesen Corona-Zeiten stehen dem sowohl Gesetze als auch praktische Beschränkungen im Wege.

Zum Glück gibt es die Musik, und so habe ich wieder die "Songs of Travel" von R. Vaughan Williams herausgesucht mit Gedichten von R.L. Stevenson. Am Klavier begleitet von meiner Frau Pleuni bin ich dann herumschweifend unterwegs, Lockdown und Abenduhr mit Füßen tretend.

Wohin? Eine Antwort lese ich im Lied "Whither must I wander" aus dem Liederzyklus "Songs of travel": Am späten Abend umschließt mich dann eine Sehnsucht nach "Kind folks of old, kind hearts, the true hearts that loved the place of old". Dann denke ich an unsere gute, alte St. Vitus Kirche in Hochelten und an die lieben Menschen, die da so viele Jahre zusammen kamen um im BCR zu musizieren oder zu zu hören um durch die Bach'schen Musik getröstet zu werden. Aber diese Freunden werden wieder zusammen kommen, denn es geht weiter.

Jetzt aber ist es still geworden und die Kirche steht einsam dort oben auf dem Hügel "Now the friends are all departed". Aber wir wissen: "Spring shall come, come again, bring the sun and rain, bring the bees and flowers!" Gerne singe ich diese Worte, schon, aber das wohl in manchmal wehmütiger Stimmung.

 Pieter van der Heide Arnhem 31.03.2021


(Fotos: Henk Gerlings)

Liebe Alle,

 

Früher waren wir gewohnt zu sagen: „Keine Nachricht, gute Nachricht“. Die Zeiten sind vorbei. Jetzt gilt: „… noch immer keine gute Nachricht“ und nur das! Kaum hat man den Eindruck: es geht in die gute Richtung, plötzlich gibt es dann eine neue Covid-Variante und setzt alle Hoffnung zurück, das gilt gleichermaßen für alle Ebenen, alle Altersgruppen und fast in jedem Bereich.

 

Ich hoffe, Sie alle – meine musizierenden Freunde und die vielen, die immer so freundlich waren, zu unseren Abendmusiken zu kommen um mit uns Bachs Musik zu genießen oder daran interessiert sind – seid katastrophenfrei durch die ersten anderthalb Monate von 2021 gekommen. Auch diejenigen, die aus welchen Grund auch immer, nicht an einer unserer drei Video-Meetings teilnehmen konnten/wollten. Es ist eine Zeit geprägt von Warten, Warten auf einen Neustart für nahezu alles. Für uns insbesondere Warten auf unsere musikalischen Aktivitäten, die uns wesentlicher sind, als wir je gedacht hatten. Es wird immer klarer, wie sehr Musik ein wichtiges Kommunikationsmittel ist für uns alle, mit dem großen Vorteil eines Gefühls- und Gedankenaustausches ohne zu reden, gewissermaßen sprachlos zu sein! Die Musik fühlt, empfindet, formuliert und teilt mit. Musik lässt uns atmen, kommunizieren und – mehr oder weniger – leben. Wir sind es gewöhnt, alle unseren Handlungen einem weiter liegenden Ziel unterzuordnen, aber gerade diese Ziele schieben sich von uns weg zu einem Horizont, welchen wir kaum sehen, geschweige erfahren können. Aber „Aus der Tiefe …”, (BWV 131) oder: Wir werden gestärkt und mit neuer Kraft, Sinn und Enthusiasmus auf einen Neustart vorbereitet sein, denn alles ist dazu schon fertig gestellt und 100 % gespannt, wie der Pfeil an der Saite des Bogens anliegt. Mehrere Programme liegen bereit und ich hoffe, dass es noch vor dem Sommer zum Musizieren kommen kann. Das wäre doch das beste Schmerzmittel gegen fast alle Qualen! Und mit entspannender Rückwirkung. Wie dunkel es jetzt auch aussieht, irgendwann soll es wieder heller werden.

 

Vergessen wir nicht, wie viel Schönes uns erwartet, wenn wir wieder in St.Vitus singen und spielen dürfen. Unsere vielseitiger Bass, Henk Geerlings, machte in der Schneezeit eine Serie schöner Bilder, zwei davon gehen hier anbei, einige andere stehen bald auf unsere Site; „Schauet doch und sehet“ (BWV 46).

 

Der Vorteil des heutigen gesellschaftlichen Tiefs ist, dass es nur besser werden kann, obwohl auch diese unterstellte Sicherheit nicht mehr ganz zuverlässig ist.

 

Das Wasser läuft mir im Mund zusammen, wenn ich daran denke, wie viele schönen Kantaten und andere Kompositionen bereit liegen, um in verschiedenen Besetzungen ausgeführt zu werden. Seid mir, bitte, nicht böse, dass ich nichts mache mit Videoproben oder Ähnlichem. Es bringt nach meiner Meinung zu wenig Wesentliches und verstärkt nur die Sehnsucht nach „the real thing“: Das Beteiligtsein an dem Kreieren von einmaligen Klängen in einmaligen, speziell dazu entworfenen Räumen mit der spezifischen, einmaligen Emotion und Gefühlserfahrung, welche nur das Miteinander-Musizieren in dem Maße bietet. Das „Miteinander“ transformiert sich dann zur spürbaren „Gemeinsamkeit“, womit wir das Schöne wahrnehmen.

 

Ich glaube fest an die Wiederbelebung einer regen musikalischen – und allgemein künstlerischen – Aktivität, sobald wir uns wieder sicher fühlen können/dürfen. Diese Sicherheit ist die beste Garantie für hemmungslose Kreativität und künstlerische Initiative, welche in sich aber schon risikoreich und sozusagen doch unsicher ist.


Ich wünsche Euch alles Gute, Gesundheit und vor allem ein baldiges Wiedersehen in und um St. Vitus, damit wir das schaffen können, was wir am liebsten tun: dort Musik machen.

 

Ganz liebe Grüße an alle Sänger/innen und Instrumentalisten/innen und an unsere treuen zuhörenden und mitfühlenden musikalische Freund/innen.

 

Euer Hans Linnartz

 


Liebe (Musik)Freunde
2020, was für ein Jahr? Genau, ein "Krohnjahr"! Wenn man nicht in das gigantische Versorgungsprocedere von Millionen von unerwarteten Patienten involviert und deswegen dauernd im Stress ist oder schlimmer, hat man sich wie ein Maulwurf in einer fremden Wiese herumgeschlagen, nicht wissend was zu tun, was zu erwarten und was vorzubereiten. Viele von uns haben die Zeit genutzt um endlich zu organisieren, was schon längst organisiert sein sollte, aufzuräumen, zu ersetzen oder neu ein zu richten. Aber die Kontakte mit Familie, Freunden, liebe und mühsame, Bekannten und neue Beziehungen haben uns allen gefehlt. Immer noch, und wie. Wir alle haben festgestellt, dass wir den Anderen brauchen wie Luft, zum Atmen, zum Leben, zum Mensch sein.
Was mich am meisten bedrängt und traurig macht ist die total entkuschelte und de-intimisierte Gesellschaft. Wir begegnen uns steril als seien wir einzelne Schachfiguren, schweigend und bewegungslos in einer Wüste. Scheinbar emotionslos, still und leer, wodurch die sich vorgestellten und eigentlich notwendigen Knuffel jedesmal virtuell wachsen, mit immer mehr Armen, wie die Intimitäten von Tausendfüßler oder Oktopoden, und wir trösten uns mit aus andere Kulturen übernommenen "Gewink" und "Gewirmel".
Aber, wir, BCR-ler und BCR-Freunde, haben etwas, was viele nicht haben: den unerschöplichen Geschenkenschrank der Musik, die bei fast alle Stimmungen ohne Gegenleistung für uns da ist. Wir können sie anhören, genießen, selber spielen, je nachdem. Wir können uns sogar damit trösten, ermuntern, stark machen und Ruhe finden. Hunderte, Tausende von wunderbare Musikstücken stehen uns zur Verfügung und das am jedes Moment und am jedem Ort. Und während des Zu-/Anhören sind unsere echten Freunde immer in der Nähe, denn Musik ist Leben, Bewegen, Gefühl, Bewusstsein und Kommunikation zusammen, es drückt aus, was wir nicht mehr verworten oder verarbeiten können.
Ich weiß, es tut weh, dass wir die herzumfassende Akkorde vom Anfang der h-Moll Messe nicht in optimaler Konzentration mit Hunderten teilen dürften. Aber, die Akkorden gibt es noch immer! Und wie werden sie so bald wie möglich wieder zusammen, im mitten und mit hunderten Zuhörer beleben und im unseren eigenes Leben hineinziehen, wo sie meistens nie weg gewesen sind.
Daran glaube ich fest, wir werden konzentriert und glücklich sein wie nie zuvor. Wir waren so viel Schönes gewöhnt, aber diese Gewohnheit war natürlich nie selbstverständlich. Aber auch wenn es noch langer dauert als wir jetzt denken und hoffen, es kommt alles wieder, denn die Musik und das Musizieren ist in uns und nichts könnte es entfernen. Die Zeit wird kommen, dass diese Kräfte wieder entfesselt werden und dann geht es los. Dann musizieren wir störenden Viren einfach vom Platz, weg, heraus und stehen zusammen da, stark und strahlend und mit die Musik wird auch die Sonne wieder da sein.
Vieles von was schon geplant und vorbereitet war werden wir versuchen zu realisieren Es gibt für 2021 viele Pläne, dessen Konkretisierung nur auf die Verbesserung der sozialen Möglichkeiten wartet. Ihr dürft darauf vertrauen, dass ich jede sich anbietende Möglichkeit benützen und auch selber danach suchen werde so viele wie möglich von euch in neuen, künftigen musikalische Aktivitäten einzuflechten. Am Moment möchte ich euch nicht nochmal glücklich machen mit einem toten Spatz*, aber wie gesagt – sobald der Wind dreht bin ich dabei und ihr selbstverständlich dann auch. (* niederländisches Sprichwort)
Wir können uns mit Musik umgeben und so, besinnlich, hoffnungs- und erwartungsvoll dauernd vorbereitet bleiben auf bessere Zeiten und nach vorne schauend zusammen dieses bizarres Jahr zu Ende leben. Ein neues Jahr, ein neuer Klang und viele, viele Initiativen.
Ich wünsche euch allen eine intensiv besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und jetzt schon ein gutes und renovierendes neues Jahr.
Vor allem aber: glaube an die bessere Seite von alles was es gibt, inklusive die Zukunft, Glaube an den Anderen und... bleibe gesund
Mit herzlichstem und weihnachtlichem Gruß,
Hans Linnartz
Materborn, Dezember 2020

Liebe BCR-ler, liebe Bach(BCR)freunde,

 

ein kleiner Zwischenbericht in schwierige Zeiten. Erstens hoffe ich, dass es euch allen gut geht und dass ihr allen geistig und körperlich gesund seid, dabei den gleichen Hunger nach musizieren fühlt wie ich. Nie hätte ich gedacht, dass der anders so selbstverständliche Dialog, welche durch die Musik entsteht zwischen Musiker untereinander, Zuhörer untereinander und zwischen Zuhörer und Musizierenden, einem so wahnsinnig fehlen könnte.

 

Wir haben das Privileg, uns fast immer mit Musik zu betätigen, welche nahezu verführerisch unsere Geist und Sinnen beeinflusst Richtung Ruhe, Friede, Schönheit und Glück. Denn – nach meiner Sicht – ist Bachs Musik tatsächlich eine Brücke zwischen mehreren Wirklichkeiten, die, welche wir wahrnehmen können und eine, welche wir nur spüren, aber die uns trotzdem keineswegs unberührt lässt.

 

Ich weiß, die Musik ist nicht weg: Man kann sie hören, lesen, studieren, aber nichts geht über das selbst "anfertigen", selbst "zubereiten" und alle zusammenstellenden Elemente erfahren und mitgestalten. Ein immer bereichernde Belebung von der einmalige Kommunikation, die Musik nun einmal ist.

 

Ich denke, dass wir Alle das vermissen und hoffe, dass es – wenigstens ab September – wieder besser geht, sogar zu eineinem Höhepunkt kommt in der h-Moll Messe, wo wir uns wieder mal mit vielen treffen und die wunderbare Herausforderung angehen.

 

Inzwischen habe ich versucht für die kommenden Monaten einige Notlösungen zu finden, die sich nicht streiten mit den neue Corona-Verordnungen in Deutschland und den Niederlanden. Erst meinte ich, dass das schon für Mai verwirklicht werden könnte, Gespräche und Rücksprache mit einige von euch und Beratung von verschiedene Seiten haben mir klar gemacht, dass dafür die verfügbare Zeit zu kurz ist. Denn da muss sehr viel im Voraus geregelt und organisiert werden, wenn man bedenkt, dass vielleicht nicht mehr als ca. 50 Personen zuhören dürfen, brav in Corona-Aufstellung. Bleibt also nur ein Versuch für den 14. Juni.

 

Ich bin mit Pastor Theo van Doornick darüber in Gespräch: wir sollten in Juni (14/6) eine Art von "Musikalische Andacht" (eine Gottesdienst) machen, mit nur 7/8 Instrumenten und jeweils ein Solist(in). Das steht noch nicht fest hat aber – laut Pastor Theo – gute Chancen.

 

Dann sollten auch die beide für April geplante n kurzen Ansprachen der Bürgermeister von Zevenaar und Emmerich im Rahmen der Themen Freiheit und Versöhnung, zum Gedenken der Befreiung der Niederlanden in Mai 1945 vorgetragen werden.

 

Allerdings steht noch nichts fest, denn noch vieles (u.a. Stanislauskolleg) ist noch offen, auch andere Involvierten haben ihre Beschränkungen und vorübergehenden Unmöglichkeiten.

 

Weiterhin ist noch nicht gelöst wie wir unsere Besucher auf 50 Besucher beschränken können ohne unangenehme Enttäuschungen und unnötige Fehler. Ein telefonischer Meldepunkt oder aber eineAnmeldung per E-Mail könnte eine Lösung sein, aber alles muss noch gut überdacht werden . Wir werden auch keine konzertmäßige Werbung machen. Informationen laufen nur über E-Mail, Newsletter und via Predigte von Theo in Hochelten, Elten und Hüthum.

 

Wenn das dann wirklich am 14/6 stattfinden soll, kommt noch rechtzeitig davor eine klare Mitteilung.

 

Man muss eben bedenken, dass nicht mehr als ca. 50 Personen an diese Andacht - wo kein Chor und kein Gemeinde-Gesang klingen darf – dabei sein können. Die Musiker nicht mitgerechnet. Also erst mal auf nach den 14. Juni, ich hoffe, dass das gelingt und habe schon die Zusage von drei Solisten und eine Liste von passende Stücke.

 

Bleibe gesund, keep cool und vertikal.

 

Und sei herzlichst gegrüßt von Hans

 


Bachfest Leipzig "WE are FAMILY" offiziell abgesagt

Das BCR war voller Vorfreude: 2020 sollte das Bachfest Leipzig "WE are FAMILY" stattfinden - und das BCR wäre ein Teil davon gewesen! Alles war geplant, organisiert...und dann kam leider die folgenden offizuielle Absage des Veranstalters, die auf ein Bachfest 2022 hoffen lässt:

 

"Die heutige Nachricht ist ganz anders – sie fällt schwer! Wir schreiben sie in gedrückter Stimmung und mit Wehmut im Herzen: Das Bachfest Leipzig 2020 wird nicht stattfinden!

 

Wir haben die letzten Wochen gehofft und gebangt und ihr mit uns. Niemals hätten wir noch vor gut einem Monat überhaupt daran gedacht, dass ein Virus uns alle aufhalten wird. Jedoch schwand diese Hoffnung von Tag zu Tag etwas mehr. Immer weiter griff und greift die Corona-Pandemie um sich, immer mehr Länder verhängen Ausgangs- und Reisebeschränkungen, immer unwahrscheinlicher wird es, dass wir im Juni zum Normalzustand zurückgekehrt sein werden, um mit Gästen aus aller Welt ein großes Bach-Familientreffen feiern zu können. Nun hat der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig unter Berücksichtigung dieser Aspekte die Absage des Bachfestes 2020 angeordnet.

 

So hart euch und uns diese Absage trifft, so sehr sind wir uns aber auch darin einig, dass „BACH – We Are FAMILY“ damit nicht aufgegeben werden soll. Denn eines haben wir gelernt in den vergangenen zwei Jahren: Sie ist groß, diese Bach-Familie, sie überwindet Grenzen und sie steht zusammen – jetzt mehr denn je! Ein Großteil von euch hat die Idee begrüßt, das Konzept ins Jahr 2022 zu übertragen. Und so wird es kommen! Wir halten die Vorfreude noch etwas länger aufrecht und feiern unser Familientreffen im Juni 2022 in Leipzig.

 

Wie werden uns mit und für euch bemühen, das Programm auch 2022 nahezu identisch durchführen zu können. Dazu bekommt ihr natürlich frühzeitig Informationen. Zudem werden wir euch noch in diesem Monat darüber informieren, welche Optionen es im Hinblick auf die Rückgabe von bereits erworbenen Konzerttickets geben wird.

 

Wir danken euch sehr für eure Unterstützung, euren Zuspruch, euer Verständnis und euren Mut, auch in 2022 mit dabei zu sein. So war euer Engagement, das ihr sicher schon in Proben und Reiseplanung gesteckt habt, nicht vergeblich!"

 



 Musik ist die Berührung zwischen Gott und der Seele.

Bettina von Arnim

Liebe Bachfreunde,

 

Musizieren ist ein Geschenk. Bach zu spielen ist ein noch größeres Geschenk. Und das in der St. Vitus Kirche in Hochelten realisieren zu dürfen ist für uns alle, die Musik, Bachs Musik und sehr spezielle Orte lieben, das "non plus ultra“! Außerhalb der St. Vitus Kirche blickt man über ein seltsam schönes, fast märchernhaftes Gebiet, das Rheinland, innen ist man wie in einem vetrauten, schönen Haus, und deswegen haben wir uns verbunden für diese wunderschöne Aufgabe: dort Bachs Kompositionen auszuführen für jeden, der sie hören will. Und so ist der Name "Bach Collegium Rhenanum" nur die Konsequenz unserer gemeinsamen Liebe für Bach, diese Kirche in dieser Landschaft und diese Zielsetzung. Ein zweites Geschenk war und ist es, dass auf unseren Versuch, Teilnehmer zu diesem Ziel zusammenzubringen, so viele mit großem Enthusiasmus, Einsatz und Widmung reagiert haben und mitmachen. Das macht jede Musizierstunde zu einem Fest, ein Fest ohne Ende, denn immer wird es einen nächsten Satz geben und immer ein neues Thema.

 

Wir haben etwas Wunderbares angefangen und jeder nächste Schritt bringt uns neue Freuden. Dabei sind wir erst am Anfang! Wenn man daran denkt, was noch kommen könnte, welche herrliche Musik auch in den etwas größeren Werken von Johann Sebastian Bach noch auf Einstudierung und Ausführung bereit liegt, kann man verstehen, dass wir, die Ausführenden, kaum warten können, diese "Arbeit" anzugehen. Genau wie Sie, die Bachs Musik, wie wir, miterleben möchten, mit Neugierde und Erwartung diesen Ausführungen entgegensehen.

 

Mit Dank an Pastor Theo van Doornick und an den deutsch-niederländischen Kulturverein "Liemers-Niederrhein", der uns liebevoll adoptiert hat und, last but not least, mit Dank an Sie, die unsere Freude durch Ihr Zuhören nur größer machen, wünschen wir dem Bach Collegium Rhenanum die Zukunft, welche uns allen vor Augen stand und die es hoffentlich durch Einsatz und Leistung erreichen wird.

Hans Linnartz

 

Liemers-Niederrhein ist eine Vereinigung zur Förderung kultureller Kontakte zwischen den Niederlanden und Deutschland in der Grenzregion Liemers. Seit 1965 richten sich unsere monatlichen Veranstaltungen nicht nur an die mehr als 450 Mitglieder unserer Vereinigung, sondern an alle, die an grenzüberschreitender Kulturarbeit interessiert sind. Literaturlesungen, Vortragsveranstaltungen, Konzerte und Exkursionen prägen das jeweilige Jahresprogramm, das im Jahre 2013 um die Zusammenarbeit mit dem Bach Collegium Rhenanum erweitert wird.

 

Für Liemers-Niederrhein ist es eine Ehre und Bereicherung, den vereinsrechtlichen und organisatorischen Rahmen für das große Engagement der Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker unter der kompetenten Leitung von Hans Linnartz bilden zu können. Johann Sebastian Bach und seine Musik wird in den Niederlanden und Deutschland gleichermaßen geschätzt. Die St.Vitus Kirche in Hochelten liegt im Herzen der Liemers- Region. Wenn dort von Deutschen und Niederländern Musik von J.S. Bach zu Gehör gebracht wird, ergibt sich in mehrfacher Hinsicht eine beeindruckende Kongruenz mit den Zielen von Liemers-Niederrhein.

Stoni Scheurer (Vors. NL)
Edmund Verbeet (Vors. D)

 

Fotos: Tom Oosthout

Gabriel's message - Hochelten, 20. Mai 2018

Veranstalter ist der deutsch-niederländische Verein Liemers-Niederrhein e.V.